Gefragt: Frauen in Männerdomänen

Initiativen zur Gleichstellung in Ausbildung und Beruf

Schutzhelme farbig

In Österreich stellen Frauen heute die Mehrheit in der tertiären Bildung. Das zeigt auch ein Blick in die Daten der Statistik Austria. So betrug der Frauenanteil im Wintersemester 2018/19 bei den inländischen ordentlichen Studierenden an den öffentlichen Universitäten etwa 53 Prozent. Der Anteil der Studienanfängerinnen und der Hochschulabsolventinnen lag im Jahr 2018 bei 56 Prozent.

Tradierte Rollenbilder

Dennoch finden sich vor allem in jenen Berufen, die mit hohem Status und Einkommen verbundenen sind, nach wie vor relativ wenige Frauen. Die Ursachen dafür sind vielschichtig. So spielen laut Untersuchungen für Burschen bei der Studien- und Berufswahl gute Arbeitsmarktchancen und Gehaltsaussichten eine wesentliche größere Rolle als für Mädchen. Auch gesellschaftlich tradierte Geschlechterrollenbilder beeinflussen noch immer die Entscheidung, welche Bildungs- und Berufslaufbahn eingeschlagen wird.

Aus diesen Gründen variiert auch der Frauenanteil je nach Studienrichtung, wie die Statistiken belegen. Während zum Beispiel in der Veterinärmedizin der Frauenanteil bei den ordentlichen Studien rund 80 Prozent beträgt, sind die meisten technischen Fächer eine Männerdomäne, etwa die Informatik mit nur rund 17 Prozent weiblichen Studierenden.

Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, die Schulen und Hochschulen sowie außerhochschulische Einrichtungen haben in den vergangenen Jahren vielfältige Initiativen gesetzt, um dem Gendergap entgegenzuwirken. Mittlerweile gibt es in ganz Österreich eine Reihe von Programmen und Anlaufstellen zur Geschlechtergleichstellung und Diversität in der Ausbildung und am Arbeitsmarkt. Dazu zählen etwa:

meine Technik

Die Informationsplattform meine Technik soll Mädchen und Frauen den Zugang zu naturwissenschaftlich-technischen Ausbildungen und Berufen erleichtern. Die Website bietet einen guten Überblick über alle spezifischen Aktivitäten und Projekte, von Workshops, Exkursionen und Wettbewerben über Beratungsstellen, Berufsinformationstage und Mentoring-Programme bis hin zu Handbüchern, Unterrichtsmaterialien und Fortbildungsangeboten für interessierte Pädagoginnen und Pädagogen.

ÖH-Frauenreferate

An allen Hauptausschüssen der universitären Hochschüler_innenschaften sind Frauenreferate eingerichtet. In einigen Universitätsstädten bestehen Universitäts-Frauenzentren und vielfach gibt es Frauengruppen an den Instituten. Außerdem fungiert das Referat für feministische Politik als Informationsdrehscheibe, Beratungsstelle und Vernetzungsplattform für (queer)feministische Themen in- und außerhalb der ÖH.

Genderplattform

Die an allen Universitäten etablierten Koordinationsstellen für Gleichstellung, Frauenförderung und Geschlechterforschung haben sich universitätsübergreifend zur Genderplattform zusammengeschlossen. Eine von der Genderplattform entwickelte und online zugängliche Toolbox gibt Einblick in unterschiedliche Strategien, Programme, Initiativen und Projekte, die an österreichischen Universitäten im Bereich der Gleichstellung der Geschlechter entworfen und umgesetzt werden.

Mädchen- und Frauenberatungsstellen

In allen Bundesländern gibt es Mädchen- und Frauenberatungsstellen mit Angeboten im Bereich der Berufsorientierung und Bildungsberatung, zum Beispiel die Beratungsstelle Sprungbrett in Wien, Mafalda in Graz, MonaNet im Burgenland, das Mädchenzentrum Klagenfurt und den Verein Amazone in Bregenz. Auf der Website des Netzwerks österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen sind alle Standorte zu finden.

BIZ – BerufsInfoZentren

In den BIZ – BerufsInfoZentren des Arbeitsmarktservice (AMS) stehen zahlreiche Informationen zu Bildung und Beruf, Einkommen und Karriere kostenlos zur Verfügung. Die BIZ-MitarbeiterInnen führen auch persönliche Beratungsgespräche durch und klären mit den Ratsuchenden die beruflichen Interessen und Neigungen. Als Online-Tool gibt es den AMS Jugendkompass, der Schülerinnen und Schüler eine Orientierungshilfe bei der Lehrberufs- bzw. Schulwahl bietet.

FiT-Gehaltsrechner

Mit dem FiT-Programm unterstützt das AMS Mädchen und Frauen, die in Handwerk und Technik Fuß fassen wollen. Dazu gibt es auch einen FiT-Gehaltsrechner, wo die Verdienstmöglichkeiten in den meist schlechter bezahlten traditionellen Frauenberufen mit den Einkommensperspektiven in technischen Berufen verglichen werden können.

Beratung auf der BeSt³ Wien

Wer nach einem Bildungs- und Berufsweg abseits der eingetretenen Pfade sucht, sollte unbedingt zwischen 5. bis 8. März 2020 in die Wiener Stadthalle kommen. Auf der BeSt³ Wien sind Fachleute der genannten Einrichtungen anwesend, die Interessierte persönlich beraten und ermutigen können.

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