Gesucht: Künftige Handwerksprofis

Berufsausbildungen und Berufsperspektiven

Hammer, Zange

Ob Möbel oder Mode, Werkstoffe oder Nahrungsmittel ... Im Handwerk wird geschaffen und gestaltet, geplant und getüftelt, gemessen und gebaut. Es ist ein überaus vielseitiges Arbeitsfeld mit einer breiten Palette an Berufen, die in Österreich erlernt werden können.

Eine gute Übersicht über die große Auswahl an handwerklichen Ausbildungen bietet etwa BIC.at, das Online-Berufsinfosystem der Wirtschaftskammer Österreich. Das AMS Berufslexikon oder das Lehrstellenportal AUBI-plus.at beschreiben ebenfalls ausführlich die verschiedenen Anforderungen und Tätigkeitsbereiche, deren Bogen sich vom Bauhandwerk über Elektronik und Mechanik bis zur Lebensmittelerzeugung und zum künstlerischen Handwerk und Design spannt.

Handarbeit und Hightech

Allein was unsere Häuser und Wohnungen betrifft, gibt es eine ganze Reihe von Lehrberufen, zum Beispiel MaurerIn, Platten- und FliesenlegerIn, Installations- und GebäudetechnikerIn, ZimmereitechnikerIn, TischlerIn, MalerIn und BeschichtungstechnikerIn oder TapeziererIn und DekorateurIn – um nur einige zu nennen. Die handwerklichen Ausbildungen dauern meist drei, manche auch vier Jahre und werden mit einer Lehrabschlussprüfung abgeschlossen. Außerdem ist es natürlich möglich, die Lehre mit Matura zu machen oder in die Lehre nach der Matura einzusteigen.

Je nach Berufswahl sollten angehende Handwerksprofis mehr oder weniger anpacken können. Jedenfalls brauchen sie ein gewissen Maß an handwerklichem Geschick, Fingerfertigkeit und Genauigkeit. Kreativität und Köpfchen sind ebenso erforderlich wie technisches Verständnis und nicht zuletzt die Bereitschaft, sich laufend weiterzubilden. Schließlich machen Digitalisierung, Automatisierung und Hightech heutzutage auch vor den Handwerksberufen nicht Halt.

Fachkräfte und Nachwuchs

Die traditionellen Handwerksbetriebe spielen in Österreich eine wichtige Rolle als Arbeitgeber und bilden rund jeden zweiten Lehrling aus. Viele Unternehmen suchen derzeit händeringend qualifizierte Fachkräfte. Gute HandwerkerInnen sind stets gefragt und haben beste Jobaussichten. Das altbekannte Sprichwort „Handwerk hat goldenen Boden“ besitzt somit immer noch Gültigkeit und ist heute aktueller denn je.

Ähnlich wie in anderen Branchen macht sich jedoch auch im Handwerk schon seit einiger Zeit der Nachwuchs rar. Denn es finden sich immer weniger junge Menschen, die eine einschlägige Berufsausbildung beginnen möchten. Ein Grund dafür ist der demographische Wandel, weil die Zahl der Jugendlichen generell sinkt. Auch das schlechte Image der Lehre schreckt in Zeiten der Akademisierung viele ab. Sie streben lieber die Matura an und wollen danach unbedingt an einer Uni oder Fachhochschule studieren. Und das obwohl so manche Studierende womöglich in einer Berufsausbildung besser aufgehoben wären.

Karriere und Meister

Derzeit steigt aber Zahl der Lehrlinge in Österreich wieder leicht an und die Vorteile einer „Karriere mit Lehre“ sprechen sich schön langsam herum. So können Mädchen und Burschen mit einer soliden handwerklichen Ausbildung nicht nur zuversichtlich in die berufliche Zukunft schauen, sondern später auch gutes Geld verdienen. Sie können die Meisterprüfung ablegen, sich vielleicht selbständig machen, unternehmerisch tätig werden und ihr eigener Chef sein. Und während frühere SchulkollegInnen noch an der Uni büffeln und nebenbei jobben, leiten so manche LehrabsolventInnen bereits eigene Firmen und genießen ihre finanzielle Unabhängigkeit.

Um der Lehre mehr Anerkennung zu verschaffen, soll nun die Berufsausbildung in Österreich erneuert und aufgewertet werden. Geplant ist dabei unter anderem, dass Meister und Meisterinnen künftig ihren Titel in offiziellen Dokumenten anführen dürfen, genauso wie es beim Bachelor oder Ingenieur der Fall ist.

Handwerk auf der BeSt³

Hammer-Maskottchen auf der BeSt

Auch auf der kommenden BeSt³ vom 5. bis 8. März 2020 in der Wiener Stadthalle können sich Interessierte in puncto Handwerk schlau machen, etwa bei der Wirtschaftskammer Wien oder beim Arbeitsmarktservice Wien. Darüber hinaus gibt es heuer auf der Messe erstmals einen eigenen Stand, an dem verschiedene handwerkliche Berufe vorgestellt werden – Tischler, Sattler, Maler und Tapezierer sind es diesmal.

Und noch ein Programmtipp: Am Donnerstag und am Freitag hält Bernhard Vock von der Landesinnung Wien der Maler und Tapezierer zwei Vorträge über Handwerk als Berufseinstieg und Handwerk als Berufung. Beginn ist jeweils um 10:00 Uhr im Vortragssaal 3.

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