IT-Talente gesucht ...

Zukunftsbranche: Digitale Berufe

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Homeoffice, Distance Learning und Co. ... Die Coronakrise hat unser Bildungs- und Berufsleben nachhaltig beeinflusst und einen Digitalisierungsschub angestoßen. Damit gehen vielfältige neue Aufgaben einher, die Unternehmen und Organisationen meistern müssen, sei es um leistungsfähige Leitungen und technische Infrastruktur bereitzustellen, große Datenmengen zu verarbeiten, die Systemsicherheit zu gewährleisten oder die virtuellen Kommunikationsprozesse professionell zu managen.

Bedarf an IT-Fachkräften in Österreich

Am Arbeitsmarkt sind IT-Talente nun gefragter denn je. Gesucht werden Profis vor allem für die Bereiche Software Engineering, Web Development, Data Science und Cyber Security. So manche der offenen Stellen bleibt aber länger unbesetzt. Denn laut Umfragen besteht in Österreich derzeit ein akuter Mangel an Fachkräften im Telekommunikations- und Informationstechnologiebereich.

Der IT-Fachkräftemangel birgt Probleme für die heimische Wirtschaft. Die gute Nachricht für junge Menschen, die sich für eine Ausbildung entscheiden müssen, lautet dabei: Die digitalen Berufe sind mit hervorragenden Karrierechancen und Gehaltsperspektiven verbunden und zählen auch zu den Top-Berufsbereichen im AMS-Qualifikations-Barometer.

Neue Technologien und neue Kompetenzen

Die Berufsfelder im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) liegen natürlich nicht erst seit der Corona-Pandemie im Trend. Zu den Zukunftsbranchen zählen laut Arbeitsmarktservice Sektoren wie Informationstechnologie und Elektrotechnik, Erneuerbare Energietechnologien und Umwelttechnologien oder Biotechnologie und Chemie – um nur einige zu nennen. Was die Jobaussichten betrifft, wird es generell immer wichtiger, digitale Kompetenzen zu erwerben. Schließlich hat die Digitalisierung längst unsere gesamte Arbeitswelt erfasst.

In den meisten Berufen halten laufend neue Technologien Einzug und die beruflichen Anforderungen ändern sich rasant. Heute greift ein Automechaniker nicht zuerst zum Werkzeugkoffer, sondern nutzt den Computer, um einen Schaden ausfindig zu machen. Mit digitalen Tools gekonnt umzugehen, ist mittlerweile in vielen Jobs eine Kernaufgabe. Immer neue Tätigkeitsprofile entstehen und viele Berufe, die es in Zukunft einmal geben wird, sind noch gar nicht erfunden.

Im Bereich der beruflichen Ausbildungen wird versucht, den Herausforderungen digitalisierter Arbeitsprozesse Rechnung zu tragen. Ein Beispiel dafür ist etwa der relativ neue Lehrberuf Backtechnologe/-technologin, bei dem unter anderem das Know-how zum Einsatz digital gesteuerter Anlagen zur Backwarenherstellung vermittelt wird. Oder die Ausbildung zum/zur E-Commerce-Kaufmann/-frau, ein Lehrberuf, der angesichts der aktuellen Entwicklungen im Online-Handel geschaffen wurde.

Plattform digitaleberufe.at

Einen guten Einblick in die digitale Berufswelt vermittelt die Webplattform digitaleberufe.at, die vom Bildungsministerium gemeinsam mit whatchado ins Leben gerufen wurde. Das Informationsangebot richtet sich an Jugendliche, Eltern und Lehrkräfte und soll die Berufsorientierung in Richtung IT erleichtern. Präsentiert werden rund 40 digitale Jobs, von der Systemadministratorin über den User Experience Architect bis zur Security Analystin. Dazu sind mehr als 140 Videos abrufbar, in denen Personen, die im IT-Bereich tätig sind, über ihren Berufsalltag sprechen. Teil der Plattform ist außerdem ein digitales Matching-Tool, das die Interessen der jungen Nutzerinnen und Nutzer mit den jeweiligen Job-Anforderungen der einzelnen Berufe matcht.

Auf der BeSt³ Wien 2020 haben die AHS-Lehrerin Margit Stockreiter und Birgit Hartl von whatchado die Plattform digitaleberufe.at vorgestellt.

Studiengänge mit Fokus Digitalisierung

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Auch die österreichischen Universitäten und Fachhochschulen reagieren laufend auf die Trends im Bereich Digitalisierung und Technik. So gibt es neben dem Informatikstudium bereits eine Fülle an innovativen Studiengängen, die unterschiedliche IT-Schwerpunkte abdecken und teils interdisziplinär ausgerichtet sind.

Hier nur einige Beispiele: Die Universität Wien etwa startete mit dem vergangenen Wintersemester die drei neuen Masterstudien Business Analytics, Data Science und Digital HumanitiesIndustrial Data Science nennt sich ein Bachelorstudium, das an der Montanuniversität Leoben absolviert werden kann. An der Medizinischen Universität Graz gibt es ein Erweiterungsstudium Digitalisierung in der Medizin, das Kenntnisse zur systematischen Verwendung von Daten und Information in der Medizin vermittelt.

Um Techniken der künstlichen Intelligenz in Verbindung Sicherheitsfragen dreht sich wiederum das Masterstudium Artifical Intelligence and Cyber Security an der Universität Klagenfurt. Auch die FH Kufstein rüstet Profis für die Arbeitswelt von morgen, zum Beispiel mit Master-Studiengängen wie Data Science & Intelligence Analytics oder Smart Products & Solutions. Ebenso die FH Burgenland, die etwa ein Masterstudium namens Cloud Computing Engineering betreibt, um IT-Führungskräfte aus- und weiterzubilden, die mit den Anwendungsgebieten rund um Cloud & Internet of Things vertraut sind.

Angesichts der Vielzahl an akademischen Ausbildungsangeboten und englischen Bezeichnungen ist es nicht ganz einfach, herauszufinden, um welche Studieninhalte es jeweils genau geht. Wer sich diesbezüglich schlauer machen möchte, kann sich auf der Studienplattform der ÖH umschauen. Dort werden unter dem Stichwort Informatik und Kommunikationstechnologie mehr als 100 Bachelor- und Masterstudien in ganz Österreich aufgelistet.

Teamplayer sind gefragt

Um in der digitalen Welt voranzukommen, sind neben den digitalen Kompetenzen zunehmend auch soziale Kompetenzen notwendig, sind Bildungsfachleute überzeugt. Gefragt sind heute kommunikative Teamplayer und kreative Köpfe, die gerne mit anderen zusammenarbeiten, gemeinsam Probleme lösen und neue Ideen schmieden und die nicht zuletzt bereit sind, beruflich am Ball zu bleiben, sprich sich kontinuierlich weiterzubilden.

PS: Für Interessierte empfiehlt sich jedenfalls ein Besuch der nächsten BeSt³ vom 3. bis 6. März 2022 in Wien, wo viele Aussteller über die Wege in die digitale Berufswelt fachkundig Auskunft erteilen können.

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