Uni oder FH?

Hochschultypen im Vergleich

Symbolbild: Verkehrsschilder gelb

Soll ich an einer Uni oder an einer FH studieren? Welcher Hochschultyp passt zu mir? Welcher Abschluss bietet bessere Berufsperspektiven? ... Diese und ähnliche Fragen beschäftigen viele junge Menschen nach der Matura. Um die richtige Entscheidung für die jeweilige akademische Ausbildung zur treffen, ist es hilfreich, die wesentlichen Unterschiede zu kennen und abzuwägen. Hier dazu einige Infos und Tipps:

Studienangebot und Praxisbezug

In Österreich stehen Studienmöglichkeiten an öffentlichen Universitäten, Privatuniversitäten, Pädagogischen Hochschulen und Fachhochschulen zur Wahl. Diese Bildungsinstitutionen zeichnen sich durch ihr bestimmtes Studienangebot aus und unterscheiden sich, was die Form der Studienorganisation betrifft.

Der FH-Sektor entstand im Vergleich zu den traditionsreichen Universitäten hierzulande erst relativ spät. Er wurde in den 1990er Jahren etabliert und seither stark ausgebaut. Derzeit gibt es österreichweit insgesamt 21 FHs mit mehr als 500 Bachelor- und Master-Studiengängen in sieben Studienbereichen.

FH-Studiengänge werden großteils in technischen, wirtschaftlichen oder sozialen Disziplinen angeboten. Studienrichtungen wie Jus, Medizin, Pharmazie oder Volkswirtschaft können ausschließlich an Universitäten absolviert werden. Das heißt, die Entscheidung für einen Hochschultyp hängt in erster Linie vom Studien- bzw. Berufswunsch ab.

Die Fachhochschulen verstehen sich als Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Im Englischen werden sie als "Universities of Applied Sciences" bezeichnet. Der Praxisbezug ist stärker ausgeprägt als an den öffentlichen Universitäten. An den FHs wird das Gelernte in Projekten und verpflichtenden Berufspraktika umgesetzt. Viele FH-Lehrende kommen außerdem aus der Wirtschaft und geben ihre praktischen Erfahrungen an die Studierenden weiter.

Studienplätze und Aufnahmeverfahren

Anders als an den Unis sind an den Fachhochschulen die Plätze in allen Studiengängen limitiert. Das heißt, pro Studienjahr wird nur eine bestimmte Anzahl an neuen Studierenden aufgenommen. Wer einen FH-Studienplatz ergattern möchte, muss daher immer ein Bewerbungs- und Aufnahmeverfahren durchlaufen und bestehen.

Doch auch an den Universitäten gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von zugangsbeschränkten Studiengängen, bei denen ebenfalls ein Aufnahmeverfahren zu absolvieren ist. Dazu zählen Humanmedizin und Zahnmedizin, Veterinärmedizin, Psychologie sowie besonders stark nachgefragte Studien wie Architektur, Biologie, Pharmazie, Erziehungswissenschaft, Informatik, Rechtswissenschaft, Wirtschaftsrecht, Publizistik und Kommunikationswissenschaft und einige andere mehr. 

Studienorganisation und Selbstorganisation

Der Studienorganisation an der Uni gestaltet sich völlig anders als an einer FH. So gibt es an der Fachhochschule festgelegte Stundenpläne und in den meisten Lehrveranstaltungen gilt Anwesenheitspflicht. Das FH-Studium ist damit wesentlich verschulter, aber auch überschau- und planbarer, sprich es ist einfacher, das Studium auch in der vorgegebenen Mindestzeit abzuschließen. Im Gegensatz dazu bietet ein Universitätsstudium mehr inhaltliche Spielräume und zeitliche Flexibilität. Es setzt aber angesichts überfüllter Hörsäle und ausgebuchter Vorlesungen auch eine große Portion an Selbstorganisation, Disziplin und Durchhaltevermögen voraus.

Fazit: Auf die Frage, ob die Uni oder die FH sinnvoller ist, gibt es keine vorgefertigte Antwort. Die Wahl des Hochschultyps hängt immer von mehreren Faktoren ab, das sind insbesondere die eigene Persönlichkeit, die individuellen Bedürfnisse und nicht zuletzt das Interesse für ein bestimmtes Fachgebiet und die beruflichen Pläne.

Webtipp und Videotipp

Der aktuelle FH-Guide der österreichischen Fachhochschulen bietet Überblick und Wissenswertes zu allen Aspekten rund um Studienwahl, Bewerbung und Studieren an einer FH. Uni oder FH – das ist auch eine Frage für die ÖH – Studien- und Maturant_innenberatung. Hier ein Video zum Thema von der BeSt digital 2021 mit vielen guten Tipps zur Wahl richtigen Hochschultyps:

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